#coronaglitch
Markus Oberleitner

Markus Oberleitner
Bassist, Berufsmusiker, Multiinstrumentalist

Wiederholter Wahnsinn – eine soziale Metapher. Die soziale und damit einhergehende künstlerische Isolierung war und ist seit Beginn der Pandemie-Maßnahmen für viele die im Kunst und Kulturbereich tätig sind, keinesfalls spurlos vorübergezogen; viele Musiker die im Band- oder Ensemblekontext tätig sind, wurden so fast zur Gänze der Möglichkeit beraubt, ihren Beruf auszuüben. Die psychischen Auswirkungen auf viele waren nur logisch: Somit überlegten sich viele, um nicht in den Abgrund der Depression zu fallen, eine Alternativlösung - nur leider meistens nicht mit großem Erfolg, da vor allem Musiker meistens abhängig sind von Bandkollegen (nicht zu vergessen das Publikum, der wohl bedeutenste Teil im Leben eines jeden Künstlers).

Dieser Beitrag ist eine musikalische sowie thematische Aufarbeitung einer fiktiven Person, die um dem Wahnsinn zu entrinnen mit sich selber ein sogenanntes „call and response“ Schema eingeht (siehe Schachnovelle, Stefan Zweig), ermöglicht durch technische Hilfsmittel (Loopgerät). Da elektronische Geräte aber nie die Kreativität eines menschlichen Mitmusikers ersetzen können, wird immer nur das gerade Gespielte, mechanisch wiederholt. Dies bringt aber nicht die erhoffte Erlösung mit sich, der Protagonist verfällt nach und nach dem Wahnsinn. Das Loopgerät, sich verlassend auf den Input des Musikers, verstärkt diesen Effekt und hinterlässt die Vervielfältigung des Wahnsinns - bis derselbe vom Protagonisten bewusst wieder unterbrochen wird.
Markus Oberleitner, 29.4.2021