#coronaglitch



„Der Corona Glitch ist ein geloopter General Error in der Kulturmatrix, ein komplex kodierter Kunst-Bug im zivilisatorischen Upgrade, ein kollektives „Déjà-vu" der tragischen Brüche und Spaltungen." IFP

In wiederkehrenden Intervallen tönt das „Aushaltezeichen CORONA Lunga Fermata" als künstlerischer Warn- und Signalton für die existenziellen Belange der Kunst- und Kulturschaffenden.


Minka Popovič : #6
Boris Mihaljčić : #1
Josef Düregger : #2
Die Mognstuambuam Werner Mandlberger, Josef Greimel : #3
Maja Bačković : #4 : #5
 : Markus Oberleitner : #7






Mag.a art. Minka Popović
Professorin Mozarteum Salzburg

The Season of Corona was one stolen moment in time, which we can’t easily afford in our daily cacophony and hectic. Everything stopped and allowed us to hear – first of all – our own thoughts.

We could reflect on our life, feel the most intimate urges, change the tempo and broaden the space for silence. We could also contemplate on more general subject, such as society and the current evolutionary stage of humanity. We could take time to consciously wish something for the upcoming generations, watching our children grow. From the other hand, some unpleasant questions appeared: how important is culture nowadays? Is there any state strategy for the high culture and therefore art?

How easy it is to forget the roots of humanity which hold all civilizations and identities? Can it be, that only an empty narrative stayed as an alibi for neglecting it (culture)? Maybe Corona just opened our eyes for the issues that existed even before, and made it even more obvious. What left us an ancient Egypt and ancient Greece? Culture!

What is going to be the “stamp” of our era? Batch of dirt and plastic? There is no time for beauty, ethic and empathy in the age of consumerism. CORONA:LUNGA:FERMATA time to re-think!
Minka Popovič, 6.2.2021
FERMATE #6

Mag. Boris Mihaljčić Bacc. Art. (AUT/SER)
Violinplayer, Multiinstrumentalist, Solist, Composer

Mihaljčić was born 1965 in former Yugoslavia, where he was already one of the youngest winning Drumplayer on national Rock- competitions. He studied at the Konservatorium of Music in Zrenjanin and at the Music Academy of Novi Sad. 1994 he came to Austria and continued his studies on the Art University Graz. Since that, he is a member of the Graz Symphonic Orchester (1st violinist), Recreation Orchester (Großes Orchester Graz, 1st violinist), and Member of Styriarte Festival Orchester (Nikolaus Harnoncourt).

Boris M. won different competitions such as the Yugoslavian Violin Competition. Since his childhood he was interested in new and unknown ways to speak the unversial language music. Despite of his classical studies he is at home in a wide range of different music styles and genres from Jazz to Classic, from Rock to Pop and Tango, from Worldmusic to DJ and Electro Fusions, always trying to say with his violin what isn´t said yet! He composed and performed compositions in the Oper Graz (ballet upper room, dance night) in the Theatar Graz, in jazz clubs (Porgy and Bess, Birdland Vienna), Ashkenazy Festival in Toronto (CAN), barock and rock fusion (Oper Pimpinone, Thelemann…).

He published different CD´s with jazz, tango, rock-pop, ethno- and worldmusic. Boris has performances in Europe, North- and South Amerika and concerts on the MS Europa (Uruguay, Argentina, Chile). 2013 he played with the famous Vienna Boys Choir on an worldwide selling DVD production. Mihaljčić also played in different constallations with composer Christian Kolonowitz (Bonny M, Scorpions), tattoo artist Mario Barth (Las Vegas), Opus (Live is life,…), Sandy Lopicic Orkestar, Film compositions for Gerd Schuller (Kommissar Rex,…), documentary film music with Georg Smola (Servus TV), and for multimedial Art happenings.
Boris Mihaljčić, 27.1.2021
FERMATE #1

Josef Düregger
Diplomierter Organist

Sorgfältig wird hinter dem Gitter DER Klang gesucht. Magische Beschwörungen mit dem Schüttelei, gepaart mit Skepsis, befruchten das Geschäft. Die Brille schärft den Augen-Blick. Was könnte Mensch sein? "Corona" ist hier noch "Krone" und ein beeindruckendes Erbe hat den Raum bereitet. Dann kurze Grüße zurück in die Vergangenheit zu einer von Beethovens großen Fermaten (Corone).

Nun beginnt der große Ton unter dem grünen Salatblatt zu ersticken. Dogma ersetzt Klang! Alles muss nun vermessen werden, der Mensch wird zum Zahlenmeer. Verzweifelt versucht der Organist noch das Leben im Klang an seiner Quelle, seiner Lunge, dem Blasbalg zu retten.

Mag. Art. Josef Düregger, geboren 1968, studierte Konzertfach Orgel, Kirchenmusik, Instrumentalpädagogik sowie für einige Jahre Philosophie und Gruppendynamik. Tätigkeit als Arrangeur, Pianist und musikalischer Leiter für etliche weitere Musik und Kunstprojekte. Durchgehende Produktivität als seiender Künstler, jenseits ausgetretener Pfade.
Josef Düregger, 4.2.2021
FERMATE #2

Die Mognstuambuam - Werner Mandlberger, Josef Greimel

Werner Mandlberger, Musiker, Komponist und Historiker mit abgeschlossenem Studium der Geschichte an der KF-Uni Graz. Langjähriges musikalische Schaffen in den Bereichen Weltmusik, “Stoner Rock” und Soundtrack-Komposition. Soundtrack Computerspiel “Stoked” (Bongfish Interactive, 2010). Komplette Soundtrack-Komposition zum Computerspiel “Harm's Way” (Microsoft Bongfish Interactive), Soundtrack Beisteuerung für den Film “Hotel Rock'n'Roll” M. Ostrowski.

Gründungsmitglied des Recording-Projektes “AREPO”. Gute Vernetzung in die Grazer Jazz- und Improvisationsszene. Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Veranstalter “Eine Nacht voll Zorn und Zärtlichkeit” für die Ausstellung “absolutely free” am Universalmuseum Joanneum in Graz (2009). Essay zum Kunstwerk “Pantarhei - alles fließt” von Dr. Klaus Schrefler am Areal vor dem Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität Graz (2011). Wissenschaftliche Mitarbeit und Beisteuerung von Kompositionen im Team des ausgezeichneten Projekts “Franz Ferdinands Princip - Synthese zweier Feindbilder”.
Werner Mandlberger, 4.2.2021
FERMATE #3

Markus Oberleitner
Bassist, Berufsmusiker, Multiinstrumentalist

Wiederholter Wahnsinn – eine soziale Metapher Die soziale und damit einhergehende künstlerische Isolierung war und ist seit Beginn der Pandemie-Maßnahmen für viele die im Kunst und Kulturbereich tätig sind, keinesfalls spurlos vorübergezogen; viele Musiker die im Band- oder Ensemblekontext tätig sind, wurden so fast zur Gänze der Möglichkeit beraubt, ihren Beruf auszuüben. Die psychischen Auswirkungen auf viele waren nur logisch: Somit überlegten sich viele, um nicht in den Abgrund der Depression zu fallen, eine Alternativlösung - nur leider meistens nicht mit großem Erfolg, da vor allem Musiker meistens abhängig sind von Bandkollegen (nicht zu vergessen das Publikum, der wohl bedeutenste Teil im Leben eines jeden Künstlers).

Dieser Beitrag ist eine musikalische sowie thematische Aufarbeitung einer fiktiven Person, die um dem Wahnsinn zu entrinnen mit sich selber ein sogenanntes „call and response“ Schema eingeht (siehe Schachnovelle, Stefan Zweig), ermöglicht durch technische Hilfsmittel (Loopgerät). Da elektronische Geräte aber nie die Kreativität eines menschlichen Mitmusikers ersetzen können, wird immer nur das gerade Gespielte, mechanisch wiederholt. Dies bringt aber nicht die erhoffte Erlösung mit sich, der Protagonist verfällt nach und nach dem Wahnsinn. Das Loopgerät, sich verlassend auf den Input des Musikers, verstärkt diesen Effekt und hinterlässt die Vervielfältigung des Wahnsinns - bis derselbe vom Protagonisten bewusst wieder unterbrochen wird.
Markus Oberleitner, 29.4.2021
FERMATE #7


Maja Bačković
FERMATE #4 : FERMATE #5

Maja Bačković
Violinplayer, Multiinstrumentalistin, Solistin, Composer

Corona kann nicht ewig dauern – menschliche Irren hoffentlich auch nicht. Lock down ist noch eine gut geeignete Situation für – open up! Kurz haben mich die Wälder umarmt – ich hatte nur einen Mund zu füttern. Schnell war ich wieder in einem Schwarm. Diesmal waren bloßes Atmen und schauen genug Um zu lernen. Wie kann Kunst Natur werden? Ist sie es schon, da Menschen ein Teil der Natur sind? Wieso kommt Kunst von was künstlichem?

Vielleicht weil sie Natur imitiert und ist dementsprechend nur ein Bild der Natur. Finde ein Wald und baue dir ein Haus dort. Wenn du das letzte mal dorthin fährst, hebe die Handbremse zu erst und lade dein Auto voll mit Erde auf. Dann – vergiss es. Vergiss alles mit dem Du nicht zu recht kommst in dieser Welt und gleichzeitig nicht ändern kannst – und werde Künstler der Natur.
Maja Bačković, 6.2.2021
FERMATE #4 : FERMATE #5





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